Die Schüler des Leistungskurses Polnisch im 12. Jahrgang hatten am 6. Mai 2011 die Gelegenheit, den polnischen Dichter Leszek Szaruga zu treffen. So äußerten sie sich über diese Begegnung: „Wir hatten die Ehre ihn kennenzulernen und uns mit ihm zu unterhalten."
Leszek Szaruga - eigentlich Aleksander Wirpsza ("Szaruga" zu Deutsch: "Sauwetter") -geboren am 28. Februar 1946, polnischer Dichter, Übersetzer deutscher Poesie, Universitätsprofessor, Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker, war vor dem Mauerfall bekannt als Redakteur des so genannten „zweiten Umlaufs" im Untergrund der Zeitschriften „Puls", „Wezwanie" und "Wybór", als Mitarbeiter der polnischen Abteilung des Radios Freies Europa, Mitarbeiter der polnischen Abteilung der BBC und der Deutschen Welle und Mitarbeiter der Pariser Zeitschrift „Kultura".
Er ist u.a. Autor der Bücher „Sagt nicht Europa" oder „Das Foto". In den Jahren 1987-1990 wohnte er in West Berlin, im Jahr 2003 kehrte er nach Polen zurück. Er bekam viele Literaturpreise, z.B. den Literaturpreis von Kościelski und den der Zeitschrift „Kultura". 2009 erhielt er den silbernen Preis der Gloria Artis - das ist eine Auszeichnung für die Verdienste um die polnische Kultur (Zasłużony dla kultury polskiej). Sie ist eine polnische Auszeichnung für Menschen, Institutionen, Organisationen oder Vereine, die sich im In- oder Ausland um die Schaffung, Verbreitung und Erhaltung der polnischen Kultur verdient gemacht haben.
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Leszek Szaruga erzählte uns viele Anekdoten, die die Atmosphäre sofort auflockerten. Unser Gast teilte uns seine Weisheiten und Erfahrungen aus der Zeit des Kalten Kriegs und aus seinem Leben mit. Er war sehr kritisch über die Entwicklung der gegenwärtigen Gesellschaft, die das Lesen und Verstehen der Literatur vermeidet, beispielsweise im Journalismus und durch das „Googeln". Er nannte als Beispiel für das Verstehen der Literatur von Wislawa Szymborska die Notwendigkeit die Philosophie von Spinoza zu verstehen. Er wollte, dass man immer beim Lesen etwas entdeckt, z.B. hat er „Faraon" von Prus als ein Spiel gelesen und interpretiert. Er ist auch am Entstehen eines Wortes und der Sprache interessiert. Das, was genannt wird, ist schon Vergangenheit. Das, was man schreibt, ist der Kampf ums Überlassen eines Zeichens eigenen Daseins. Herr Leszek Szaruga las zwischendurch auch seine Gedichte und nannte die Zusammenhänge und seine Gedanken zur Zeit ihrer Entstehung. Er betonte die Bedeutung der richtigen Übersetzung und des Kontextes des ausgesprochenen Wortes - der muss weiter gegeben werden und nicht verfälscht werden durch eine wörtliche Übersetzung. Nach dem offiziellen Teil boten die Schüler ein paar Leckereien für eine kleine Entspannung an.
Text und Fotos: Agnieszka Bernegg






