Wedding, das Berliner Synonym für Probleme ?

Der Wedding ist bekannt für sehr hohen Migrationsanteil in der Bevölkerung, für Armut, Arbeitslosigkeit und Problemschulen, an denen Gewalt und Hass an der Tagesordnung sind. Im Wedding gibt es bezogen auf die Bevölkerungszahl mehr Polizeieinsätze als in Neukölln und kein Bezirk hat prozentual mehr Personen im Bezug von sozialen Leistungen. Gleichzeitig aber gibt es Zeichen und Entwicklungen, die Hoffnung machen: Schulen starten groß angelegte Initiativen zur Integration von Migranten, viele Start-up-Unterehmen siedeln sich wegen der rasant gestiegenen Mieten in Mitte und Kreuzberg im benachbarten Wedding an, Firmen verlegen wegen der verkehrstechnisch günstigen Lage ihren Sitz in den Kiez. Größen aus dem Wedding ziehen hinaus in die Welt und werden Weltstars; die Boateng-Brüder lassen grüßen!

Ist dies aber die tatsächliche Welt, mit der die Menschen im Wedding zu tun haben? Haben die Menschen heute noch eine lebens- und liebenswerte Umgebung, in der sie sich zuhause fühlen? Kann der Wedding den Verlockungen des Kapitals widerstehen oder droht auch diesem Bezirk das Schicksal von Friedrichshain, Schöneberg oder Kreuzberg, wo eine vorhandene, gewachsene Kiezkultur auf dem Altar des Kapitalismus geopfert wurde? Schafft es dieser Bezirk, die mannigfaltigen Anforderungen der heutigen Zeit zu bewältigen oder wird auch hier eine Gentrifizierung stattfinden, die später nichts mehr so sein lassen wird, wie es ursprünglich einmal war?

Dilara und Ibo eröffnen heute in der Koloniestrasse 40 ihren langgehegten Traum, ihr Cafe Sunshine. Dieses Cafe soll nicht nur Kaffee anbieten, sondern es soll Anlaufstelle für die vielen Menschen in ihrer direkten Umgebung sein. Im Haus wohnen Menschen unterschiedlichster Herkunft und alle haben ihre eigene Geschichte. Frau Peisker, die Lehrerin, zum Beispiel. Sie hat den Flüchtlingsjungen Ayman bei sich aufgenommen und versucht ihm, die deutsche Sprache beizubringen. Ali Power, der Rapper, nervt die Bewohner mit seiner schrägen Musik und Hassan, der Türke, wohnt schon seit über 30 Jahren im Haus. Viele weitere Menschen leben hier, doch kaum einer redet mit dem anderen. Eine ganz normale Berliner Situation eben; man lebt miteinander unter einem Dach aber dennoch lebt jeder eigentlich nebeneinander. Eines Tages aber tritt ein Mann in das Leben der Hausbewohner und von diesem Tag an ändert sich ihr Leben komplett:

Das Haus wurde verkauft und was jetzt kommt, haben viele, viele Menschen in anderen Häusern bereits teuer erfahren müssen:

Sanierung, Modernisierung, Krach, Staub, Lärm, unerträgliche Zustände und am Ende unbezahlbare Mieten. Auszug, Abstieg, Vertreibung aus dem Kiez?

Was passiert mit den Menschen, wenn der „böse“ Hausverwalter klingelt?

Was passiert mit ihren Träumen, mit ihrem Leben? Gibt es einen Ausweg für die Bewohner?

Wir wünschen viel Spaß bei der Eigenproduktion des DS-Kurs 13 unter der Leitung von Frau Samborski und Herrn Hackmann.

Hier Fotos von der Aufführung: